Besuchsdienst des HiP

Ein Bericht von der Leiterin Frau Dr. Maren Neuman

Unser Besuchsdienst wird z.Zt. von 26 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Jeder Mitarbeiter begleitet einen alten Menschen einmal in der Woche ein bis zwei Stunden lang und geht dabei auf dessen Wünsche ein. Einmal im Monat treffen sich die Mitarbeiter in 2 Gruppen zu einem, von der Koordinatorin geleiteten Erfahrungsaustausch. Zusätzlich wird ein- bis zweimal im Jahr eine Tagesfortbildung zu besonders interessierenden Themen angeboten. Außerdem laden wir alle, die von uns begleitet werden, einmal im Monat zu einem, thematisch auf die Jahreszeit abgestimmten, Nachmittag ein.

Sommerfrühstück im Garten
von Frau Dr. Neumann

Besuchdienst ist eigentlich nicht das richtige Wort für das, war wir uns vorgenommen haben. Handelt es sich doch um Begegnungen, in denen wir, die „Jungalten“ und die noch weit Älteren voneinander lernen. Trotzdem ist es eine Aufgabe. Wenn im hohen Alter die Mobilität nachlässt, Augen und Ohren nicht mehr so funktionieren wie früher, die Kraft schwindet, um soziale Teilhabe selbst zu organisieren, schränkt sich der Lebensradius immer mehr ein und die Lebensqualität leidet. Es ist ja nicht Desinteresse, wenn sehr alte Menschen die Wohnung nicht mehr verlassen mögen, um an öffentlichen oder kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Sondern es ist die Verunsicherung, allein auf der Straße zu sein oder die Erfahrung in einem Meer von nebelhaften Geräuschen und Bildern, denen man nicht mehr folgen kann, unter zu gehen. Deshalb scheint uns die 1:1 Begegnung, wie unser Besuchsdienst sie lebt und praktiziert, die angemessenste Antwort auf die Bedürfnisse, Hoffnungen und Wünsche hochaltriger Menschen zu sein.

In diesen Begegnungen erleben wir oft, welche Schwerarbeit hochaltrige Menschen leisten, wenn sie sich der Unausweichlichkeit, abhängig zu werden, stellen zu müssen. Welcher Anstrengung es bedarf, um Stück für Stück das lieb gewordene Selbstbild zu korrigieren, bzw. abzulegen. Und es ist immer wieder bewegend, mit welcher Würde dieser Weg durch das hohe Alter gelebt werden kann. Die uns Anvertrauten gewähren uns einen Blick in die eigene Zukunft, eine Zukunft, die es so (als Massenphänomen) noch nie gegen hat. Und sie signalisieren uns: Bleibt auf dem Teppich!. Glaubt nicht, dass ihr ewig so aktiv bleiben könnt, wie ihr es jetzt noch sein dürft. Genießt die Zeit, mit allen Möglichkeiten, die ihr jetzt habt und lernt von uns, welche Aufgaben zu bewältigen sein werden, wenn eure Maßstäbe nicht mehr passen werden. Vielleicht ist es hilfreich, sich darauf ein bisschen vorzubereiten, die Bilder der Menschen, die wir jetzt begleiten, in unseren Herzen zu bewahren, für Zeiten, in denen wir Vorbilder brauchen werden.

Dr. Maren Neumann

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2 Gedanken zu „Besuchsdienst des HiP

  1. Der Besuchsdienstkreis ist seit Anfang des Jahres unter anderer Leitung, bitte ergänzen.
    Frau Dr. Neumann ist im Ruhestand.

    • Nach dem Frau Dr. Neumann in den Ruhestand getreten ist, haben die Damen Kreinhöferund Kretschmer die Leitung für den Besuchsdienst mit viel Engagement und Erfolg übernommen.

      Gruß
      Annelies Steinbeck

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