Schwere Zeiten für Chöre – Was macht LOLA ?

Rennt sie, singt sie oder was macht sie?

Singe, wem Gesang gegeben…In Bergedorf singen zahlreiche Menschen in zahlreichen Chören. Einer davon ist der LOLA-Chor. In der Regel, also wenn nicht gerade eine Pandemie alles durcheinander bringt, proben rund 40 Frauen und Männer jeden Montag im LOLA-Kulturzentrum in Lohbrügge Lieder aus aller Welt und durch die Epochen. Da werden zum Bespiel jiddische Trinklieder geschmettert, bayrische Jodler gejodelt oder italienische Liebeslieder gegurrt. Englische Lautenlieder berühren das Herz und afrikanischer Wechselgesang muntert auf. Der Chor singt á capella, kein Instrument gleicht schiefe Töne oder schleppenden Rhythmus aus. In der Selbstdarstellung des Chores heißt es dazu: „Wir haben Freude am Singen. Auch wenn es manchmal harte Arbeit ist, bis ein Stück wirklich „sitzt“.“ Aber diese „harte“ Arbeit ist zur Zeit nicht möglich. Der Große Saal in der LOLA reicht für Proben mit Abstand nicht aus.

Der LOLA-Chor blickt nach vorn

Ich habe Helmuth Sturmhoebel, einem Sänger aus dem LOLA-Chor, drei Fragen gestellt:


Zur Zeit sind gemeinsame Chorproben nicht möglich, wie geht der Chor damit um?

Helmuth Sturmhoebel: Am 9. März war unsere letzte Probe vor Corona. Unser Chorleiter Martin Barkowski hat sich sofort bemüht, eine virtuelle Lösung zu finden, damit die Proben weitergehen können. Schon am 16. März gab es den ersten Versuch. Es zeigte sich schnell, dass eine normale Chorprobe nicht möglich war, weil wir uns nicht gegenseitig hören können. Dennoch hat sich Martin Übungsformen ausgedacht, die dann am 23. März ausprobiert wurden. Es ist anstrengend und das Chorgefühl kommt nicht auf. Doch es nahmen immer um die 30 Sänger*innen teil. Zwischendurch gab es dann auch einmal „nur“ ein Chortreffen zum Klönen. Diesen Austausch in Coronazeiten finde ich wichtig und gut. Nun wurden auch Projekte entwickelt, indem jedes Chormitglied für sich etwas aufsingt und diese Filme dann zusammengeschnitten werden. Das zweite Projekt ist gerade in Arbeit und wird dann auch auf der Homepage der LOLA zu sehen sein (https://lola-hh.de/projekte-ensembles/beitrag/lola-chor/)

Welche Pläne fallen erstmal ins Wasser?

HS: Das für November geplante Konzert wird mit Sicherheit nicht stattfinden können. Was aus unserem Chorwochenende im Februar 2021 wird, wissen wir auch noch nicht. Vermutlich werden Konzerte, Proben und Chorwochenende, wie wir sie vor Corona hatten, erst wieder stattfinden können, wenn es einen Impfstoff gibt. Ein Sommertreffen mit Abstands- und Hygieneregeln ist verabredet, aber sicherlich auch sehr merkwürdig, wenn man sich nicht näher als 1 Meter und 50 Zentimeter kommen darf, es kein Buffett gibt und auch das Singen nur mit einem Abstand von mindestens 3 Metern möglich ist.Es wären nach den Vorschriften in Hamburg Proben im Freien mit maximal 15 Personen und 3 Metern Abstand möglich. Aber das ist für uns auch keine Lösung.

Wie soll es nach Corona weitergehen?

HS: Alle warten natürlich sehnsüchtig auf die Zeit nach Corona, wo wir wieder von Angesicht zu Angesicht proben können. Ich vermisse dies sehr, denn keine virtuelle Lösung kann das gemeinsame Singen ersetzen. Ich brauche meine Mitsänger*innen und den Chorklang, um selber gut und mit Freude singen zu können.

Vielen Dank, Helmuth Sturmhoebel! Aber geben wir nicht auf und singen wir, ob Chormitglied oder nicht,regelmäßig , damit die Stimme nicht einrosted , im Badezimmer. Und heute am 21. Juni, dem Tag der Musik, besonders laut!

Text: Elisabeth Hartmann /Interviewpartner: Helmuth Sturmhoebel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s