Bootstaufe am Oortkatensee

Restauriertes Schiff für gemeinnützige Jugendarbeit

Bei sanfter Akkordeonmusik und unter Anrufung von Aeolus und Neptun konnte die SHiP (Stiftung Haus im Park) mit ihren Gästen am 30. Oktober 2019 am Oortkatensee einen frisch restaurierten Kutter auf den Namen Borgesch taufen.

Borgesch steht für „Bürgerweide“ und die war im Mittelalter Gemeineigentum. Eigentlich wurde das Schiff umgetauft, vorher hieß es „Wammsch“. Dem stimmten auch die ehemaligen Schüler der Heinrich-Wolgast-Schule zu, für die dies Schiff in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts ein „Schulschiff“ war. Denn damals stand ihre Schule am Borgesch, einer Straße in Hamburg St. Georg.

Justus, der Täufer, kann als jüngstes Crewmitglied das Schiff noch lange begleiten

Petrus ließ die Sonne scheinen, und so sind denn die für Wind, Wasser und Wetter zuständigen Götter bzw. Heiligen diesem Projekt hoffentlich auch weiterhin wohlgesonnen. Die Menschen haben sich alle Mühe gegeben: das Schiff erstrahlt in hellbraunem Glanz, die drei Segel sind dunkelbraun, es misst zehn Meter in der Länge und hat 2,5 Meter Breite. Es ist elbtauglich, und ab einer Crew von fünf Leuten kann damit gesegelt werden.

Die Borgesch bei ihrer Tauffahrt auf dem Oorkatensee am 30.10.2019

Aber nicht nur das Ergebnis, vor allem der Weg dahin war hier Methode. Unter dem Motto „Ship Ahoi- Alle an einem Boot“ rief die SHiP dies Projekt ins Leben. Einheimische und Flüchtlinge, Jung und Alt, Laien und Profis, Ehrenamtliche und Praktikanten kamen und restaurierten zusammen gut drei Jahre lang unter fachlicher Anleitung ein abgetakeltes Schulboot. Sach- und Geldspenden gab es von Einzelpersonen, Firmen und anderen Einrichtungen wie Schulen, Stiftungen oder dem Bezirk Bergedorf. Sie halfen bei der Beschaffung notwendiger Materialien und bezahlten Profis oder auch Fahrkarten für Geringverdiener.

Prominente Redner, Dr. Lothar Dittmer,Vorstand der Körberstiftung und Arne Dornquast, Leiter des Bezirks Bergedorf, würdigten Idee, Unterstützer und die erfolgreiche Arbeit an diesem Projekt. Ebrahim Momenzada vom Bergedorfer Verein für Völkerverständigung hob die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit am Schiff von Einheimischen und Geflüchteten hervor.

Haik Aramyan , der Ingeneur, gab Wissen und Erfahrung an die jungen Praktikanten weiter

Zu einer festen Crew und Ehrenamtlichen im gestandenem Alter kamen als Praktikanten viele junge Geflüchtete. Ihnen bot sich hier eine Möglichkeit zum Andocken. Es war ein Geben und Nehmen . Dazu bemerkt der Schiffsbaumeister Bernd Thal: „Indem man verschiedene Kulturen kennenlernt, wird die eigene kleine Welt größer.“

Von den jungen Leuten war auf dem Tauffest eigentlich niemand zu sehen. Darum wünscht sich Frau Nietzschmann von der SHiP, deren Herz und Kopf die Idee für dieses Projekt entsprungen ist, fürs nächste Jahr eine Fahrt mit jungen Geflüchteten auf der Oberelbe.

Jetzt geht die schmucke Borgesch in die Obhut des Vereins Warwisch e.V. . Dort können Jugendliche in Gemeinschaft das Boot rudern und segeln. So können sie erleben, was man zusammen schaffen kann.

Mast- und Schotbruch!

glückliche „Taufpatinnen“ , von links nach rechts:
Charlotte Münch, Projektleiterin von „Ship Ahoi- Alle an einem Boot“
Susanne Kutz, Vorsitzende der SHiP
Renate Nietzschmann,Ideengeberin für „SHiP Ahoi- Alle an einem Boot“

Fotos und Text: Elisabeth Hartmann

Foto ganz oben: Stilla Sei ´s , Ausschnitt a.d. Deckblatt der Broschüre zum Thema, Herausgeber: SHiP – Stiftung Haus im Park

2 Gedanken zu „Bootstaufe am Oortkatensee

  1. In Wort und Bild ein sehr informativer Beitrag. Auch ich wünsche, dass sich eines Tages auch Jugendliche an diesem Projekt beteiligen werden.

  2. „Aber nicht nur das Ergebnis, vor allem der Weg dahin war hier Methode“
    Dies ist eine andere Formulierung, die an die stehende Redewendung
    „DER WEG IST DAS ZIEL“ erinnert.
    Diese Weisheit können wir in vielen Lebensteilen wiedererkennen; ob es das Stadtradeln ist, bei dem im Wortsinn Wegstrecken durchradelt wurden, oder ob es im übertragenen Sinne im ehrenamtlichen Einsatz von vielen im HiP und im SHiP erfüllt wird. Immer wieder sind es die tatsächlichen, sozialen Begegnungen, die SINNSTiFTEND wirken, die also zu unserem Lebens-ZIEL beitragen.

    Auch wenn Petrus uns vom Regen verschont hatte; nach zwei Stunden Steh- oder wie für mich Sitzkonvent war mensch doch hinreichend durchgekühlt dort am Oortkaten.

    Peter Windmüller
    PS Dank auch für die Organisation für Umtrunk, Imbiss und Sitzgelegenheiten.

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