LEBENS-KÜNSTLERIN GITTE HAENNING

Zur Veranstaltung „Altersbilder“ am 26.10.2017 im Haus im Park

Nein, heute springt sie nicht auf die Bühne. Ganz ruhig steigt die Musikerin Gitte Haenning mit NDR-Moderator Andreas Bormann aufs Podium im Haus im Park und lässt sich im Sessel am runden Tischchen nieder. Das schwarze Minikleid zupft sie so zurecht, dass man -ich als Frau darf das so sagen (E.H.)- die entzückenden Beine gut sehen kann.

Im Auditorium herrschen Silberköpfe in allen Schattierungen mit adretter Kurzhaarfrisur vor. Gitte ist auch schon 71, sie hat einen blondgescheckten Wuschelkopf.

Für dieses Interview wird das deutsche SIE vereinbart, denn, so Gitte Haenning, das SIE lasse durch Distanz mehr Raum zum Nachdenken und verführe nicht zum Auf-die-Schulter-Klopfen, was sie dann erst mal lachend an Andreas Bormanns Schulter demonstriert. Temperament kommt durch.
Das setzt sie ein, wenn es um die Familie geht. Sie erzählt nicht, sie spielt jeweils Vater, Mutter oder Schwester.
Zum Singen mit Papa habe der sie quasi gezwungen, sie hatte eigentlich „keinen Bock“ dazu. Aber die leuchtenden Augen von jungen und alten Zuhörern hätten sie mehr als entschädigt.
Noch heute sei ihr der Kontakt zum Publikum das Wichtigste. Sie möchte keine Ikone sein.
Gegenüber ihrer frühen Schlagerzeit ist sie nachsichtig, über legendäre Mitkünstler redet sie freundlich.
Die zweijährige Ehe belächelt sie als Irrtum. Das sei halt nix für sie. Sie lebe und arbeite gern in der Gruppe und habe gute treue Freunde. Das Leben, so stellt Gitte Haenning fest, sei ein Drama mit Freuden und Schmerzen. Und weil man Märchen im Leben brauche, schwärme sie fürs dänische Königshaus.
Das halte sie nicht davon ab, nach vorne zu schauen und zu gehen. Denn das sei in einer Zeit des politischen Rechtsrucks die Aufgabe von Künstlern.
Bei der Frage nach dem „Hätte-Schmerz“ überlegt Gitte etwas länger. Bedauern ist nicht so ihr Ding. Schließlich fällt ihr ein, es wäre schön, Italienisch und Französisch sprechen zu können, und sie sollte mehr tanzen und Yoga machen. Da passt dann das Mittbringsel von Andreas Bormann gut: eine Yogamatte.

Ich finde, und der Beifall im Saal bestätigt das auch, Gitte Haenning ist, „so wie sie sich gibt“, sehr sympathisch.

Von links: Susanne Kutz, Gitte Haenning, Andreas Bormann

„Ich will leben, will mich geben, so wie ich bin…“
Aus dem Song „Ich will alles“ von Gitte Haenning

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